Social Ads: Marketer brauchen Kreative! - BOY&MAN

Christian Iff

14.07.2020

Social Ads: Marketer brauchen Kreative!

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Moment als ich wusste: Wir machen Social Ads
  2. Warum Kreativität nicht gleich Kreativität ist!
  3. 6 wichtige Tipps für Social Ads

Der Moment als ich wusste:
Wir machen Social Ads

“Christian mach mal halblang, du bist der SEO Typ, also mach SEO!”

Befreundeter Geschäftsführer einer anderen Agenturen

Ein Tag, nach dem ich diesen Satz zu hören bekommen habe von einem Freund, der einen gemeinsamen Kunden im Bereich Social Ads betreut hatte, wollte er mir einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Am Tag zuvor gab es für einen unserer Kunden eine große Präsentation der neuen CI und somit einhergehend Werbekampagne die rein über Social ausgespielt werden sollte. Das Ganze passierte im Jahr 2016. Und alle waren anwesend!

Anwesend waren die gesamte Chef-Etage und alle Mitarbeiter des Kunden, natürlich auch alle wichtigen Partneragenturen und unter anderem auch ich persönlich.

Ich erinnere mich noch gut an das, was der Geschäftsführer damals gesagt hatte: “Wir haben endlich einen Look gefunden mit denen wir die jungen Leute auf Facebook erreichen können.”

Mein erster Gedanke war “Junge Leute? Meine Mutter ist neu auf Facebook und die ist mittlerweile schon über 50. Sieht noch jung aus – aber die Zahl lügt nicht!”

Und dann wurde er uns präsentiert. Der Kampagnenspot für Facebook:
Format 16:9, hochwertig produziert und mit einer Voice over Stimme, die auch in dem ein oder anderen Hollywood Streifen verwendet wurde.

Die Menge applaudiert und der Geschäftsführer der Kollege der IT stupst meine Schulter an und sagt “…die Kreativen – verrückt!”

Als das 45 Sekunden Video vorbei ist, macht der Kunde etwas Mutiges! Er fragt nach Feedback! Welches Feedback kam? Natürlich….ausschließlich positives…

“Großartig, unglaublich hochwertig, die Wertigkeit unserer Produkte sehr gut in Szene gesetzt, Models sehen aus wie Hollywood Stars” um nur ein paar zu nennen.

Der Kunde nickt zufrieden und ist sich in diesem Moment nicht bewusst, dass sich einer aus dem Publikum den Kopf zerbricht, ob er die Party jetzt wirklich crashen soll. Und derjenige bin ich. Ich hebe also meine Hand und der Geschäftsführer macht noch einen Gag: “Christian ich hab mich schon gewundert, dass du so still bist – das sind wir gar nicht gewohnt von dir. Also … was meinst du?”

Verdammt….Jetzt muss ich es durchziehen. Wenn ich jetzt halbe Sachen mache, stehe ich wirklich wie der letzte Depp da. Also nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und sag ihm was ich wirklich denke:

“Um ehrlich zu sein – und ich weiß, dass ich mich damit möglicherweise weit aus dem Fenster lehne – glaube ich nicht, dass die Kampagne erfolgreich sein wird”

Ich war in meinem Leben schon in einigen unangenehmen Momenten, aber dieser Moment gehört eindeutig zu einem der TOP 3 All Time Greats. Der GOAT unter den unangenehmsten Momenten also.

Natürlich werde ich gefragt: “Warum denkst du das?”

Meine Antwort:

“Weil es aussieht wie ein TV Spot und nicht wie etwas, was ich auf Social Media sehen möchte. Niemand ist wegen Werbung auf Social Media unterwegs. Ich glaube, was ihr braucht, ist Content, der entweder extrem visuell anspricht oder die Nutzer engaged.

Daraufhin nimmt sich der Geschäftsführer der Agentur, der die Kampagne zu verantworten hat und ich seit Jahren schon kannte das Mikrofon und sagt den Satz, der mir am Morgen danach noch so im Magen lag:

“Christian mach mal halblang, du bist der SEO Typ, also mach SEO! Sonst sorge ich dafür das Stefan (Geschäftsführer der IT Agentur) alle Seiten auf noindex stellt”

Ein zwanghaftes lachen ertönt aus dem Publikum und ich zwinge mich zu einem Grinsen und belasse es dabei.

Kurzes Zwischenfazit:

Hab ich so einen Satz verdient? Ziemlich sicher – weil ich hätte das in jedem Fall professioneller lösen können und die Arbeit meines Kollegen vor dem Kunden anzugreifen war kindisch. Am Ende habe ich aber auch die Verantwortung gegenüber unserem Kunden meine Meinung zu sagen. Selbst Jahre später bin ich mir nicht sicher, ob ich etwas hätte anders machen sollen. Wobei eine ähnliche Situation so, nie mehr danach passiert ist.

Aber das Entscheidende war: Diese Präsentation und die darauffolgenden Ergebnisse der oben genannten Kampagne, die eine zu einem Fiasko wurde, haben mir gezeigt, dass ich intuitiv die richtigen Gedanken hatte. Und somit begann die Reise für BOY & MAN im Bereich Social Advertising.

Warum Kreativität nicht gleich Kreativität ist!

Der eigentliche Punkt ist aber, dass alle in diesem Raum diesen Spot für eine starke Kreativ-Leistung gehalten haben. Grundsätzlich ist aber mal alles kreativ, was man eigenhändig erschafft. Viel wichtiger ist für ein Business am Ende doch aber: Bringt diese kreative Arbeit einen Effekt bzw. den Effekt, den wir uns erwarten?

Das ist das einzig Wichtige. Niemand den ich kenne, ist im Business und macht Werbung, um einfach “hübsche Spots” zu produzieren. Außer es ist für einen selbst und man gibt wenig Wert auf das, was am Ende dabei rumkommt.

Ich habe mittlerweile schon viele Diskussionen und auch Inspirationen über Social Ads von unserem Creative Director bekommen und gemeinsam mit unserer “Head of” ergibt sich ein spannender Cocktail aus “Data meets beautiful design”. Ich möchte dir jetzt einige Punkte mit auf den Weg geben, welche ich aus der Zusammenarbeit mit talentierten Menschen in den letzten Jahren mitgenommen habe und die mein Verständnis für erfolgreiche Social Ads geformt hat.

6 wichtige Tipps für Social Ads

Sei Data informed – Nicht Data driven!

Einen groben Fehler, den ich oft sehe, ist das alle Marketer davon sprechen Data driven zu arbeiten und sich deswegen immer auf alle Datenpunkte verlassen. Ich glaube, das ist gefährlich. Datenauswertungen ersetzen zumindest aktuell nicht unser menschliches Hirn. Damit will ich sagen: Schau dir Data an und treffe daraus auch Entscheidungen aber schalte niemals den Autopiloten an. Denn wie wir Daten interpretieren, liegt auch zu einem großen Teil an der Erfahrung, die wir mitbringen.

Der Look ist wichtig

Für viele Marken ist Instagram bereits deutlich wichtiger als Facebook. Nicht nur Organic sondern auch bei Paid. Unser Creative Director pocht darauf, dass Kampagnen und auch der Feed einer Marke eine gewisse Ästhetik besitzt. Das heißt nicht, dass man von dort nicht ausbrechen kann, aber die Marke sollte eben bei ihrem Look bleiben um einen Wiedererkennungswert zu schaffen.

Experimentieren ist alles

Was ich so oft höre, ist “wir müssen experimentieren, wir müssen mehr ausprobieren”. Wie ich es schon bei “Der ideale Kunde für BOY & MAN” beschrieben habe als erster und wichtigster Punkt: Du musst experimentierfreudig sein!

Im Vergleich zu früher bekommen wir direktes Feedback vom Markt. Also solltest du experimentieren. Hier ist wichtig: Geschwindigkeit ist dein bester Freund und dein größter Feind. Sei schnell und hol dir Feedback deiner potenziellen Kunden in dem du die Daten auswertest aber schmeiß nicht irgendwas online nur, um Sagen zu können, wie schnell du bist.

Die Ästhetik spielt gerade auf Instagram eine große Rolle. Daher sind die Anforderungen an Content- und Creativeteams extrem gestiegen.

Kontext ist wichtig

Es ist wichtig, wie du kommunizierst! Du redest mit deiner/deinem Mann sicherlich anders als mit der besten Freundin oder besten Kumpel. Hier ist es total natürlich das wir eine andere Seite von uns zeigen und wir eine andere Körpersprache und Tonalität an den Tag legen. Bei Social Ads ist das nicht anders.

Mein 18-Jähriges ich hat definitiv eine andere Ansprache gebraucht als mein 31-Jähriges ich!

Buyer Personas sind kein alter Hut, sondern helfen extrem!

Bring Data Marketer und Kreative zusammen

Größte Problematik aus meiner Sicht ist, dass datenorientierte Marketer ganz selten wirklich mit Kreativen zusammengeführt werden und dann zusammen arbeiten können. Erfährt der Kreative anhand von Daten was funktioniert und was nicht? Denn dann kann auch dieser extrem viel dazu lernen und sich verbessern. Wir leben in einer Zeit wo schier alles messbar ist! Also sollten wir diese Instrumente gemeinsam nutzen.

Erfahrung ist wichtiger als du denkst

“Social Media ist doch was für junge Leute”. Nein. Das ist nicht richtig. Erfahrung und Skills sind wichtig. Nicht jeder 15-Jährige ist automatisch TikTok Experte. Natürlich – vom Naturell her, ist ein 15-Jähriger deutlich zentraler am Thema dran. Aber das heißt nicht, dass eine 40-Jährige nicht verstehen kann, wenn sie denn nur will, wie man diese Plattform für ihr Business nutzt. Nimm nicht als Ausrede her “ich bin zu alt” oder “die Person ist zu alt, um das zu verstehen”. Man kann alles verstehen, wenn man möchte.

Fazit und die Sachen mit dem Budget bzw. Qualität

Auch in diesem Fall ist es glaube ich wichtig zu verstehen. Ja ich kann mir einen Videografen und einen Junior Texter holen, die schnell sind und produzieren, bis der Arzt kommt. Im besten Fall hat man aber einen Mix aus, Erfahrung, Skill und Geschwindigkeit. Wir mussten es selbst auf die harte Tour erleben. Spar nicht bei deinem Content, sehe ihn als den Asset den du wirklich hast! Und wenn du kein Budget haben solltest dann ja – mach den Content, den du machen kannst. Alles ist besser als kein Content in der heutigen Zeit. Solltest du allerdings Budget haben und nicht den Mehrwert sehen, geh wirklich noch mal in dich. Oder lies meinen Artikel warum unser Social Ads Team 9.000€ im Monat kostet!

Bleibt gesund und viele Grüße,
Euer Christian

CEO | BOY & MAN

Gib dein Senf dazu ab...

Bereit fürs
nächste Level?

Ich brauche Hilfe bei Service

und gebe aktuell Betrag

pro Monat dafür aus.

Social Ads (Instagram/FB etc.)SEOInfluencerAndere
1.000€ - 5.000€5.000€ - 10.000€10.000€ - 20.000€über 20.000€



close-link