Hector Bermudez

14.12.2017

Lesezeit: 4 Minuten

Der Weg zu deinem perfekten Foto: ISO, Shutter speed & Aperture

Der Weg zum perfekten digitalen Foto kann manchmal ganz schön holprig sein, wenn dir die Basics für die wichtigen Einstellungsmöglichkeiten ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit (Shutter speed) und Kamerablende (Aperture) fehlen. Diese drei Faktoren nennt man auch das “The Exposure Triangle”.

Die meisten der DSRL-Kameras oder spiegellosen Systemkameras (die in letzter Zeit immer beliebter werden) verfügen über einen “Auto-Mode”, der dein Leben erstmal einfacher macht, aber natürlich auch deine Ergebnisse limitiert.

Wenn du den Auto-Modus verwendest, bedeutet das grundsätzlich, dass deine Kamera die optimalen Einstellungen für das Foto, das du schießen möchtest, selbständig einzustellen versucht. Dabei berücksichtigt deine Kamera vorrangig deine Umgebung. Im Freien registriert sie z. B. mehr/viel Licht, wogegen sie drinnen meist eher schwaches Licht verarbeitet. Die Einstellungen deiner Kamera variieren demnach weitestgehend automatisch.

Lasst uns einen kurzen Blick darauf werfen, was dieses Exposure Triangle im Einzelnen bedeutet

1. Lichtempfindlichkeit (ISO): Die ISO-Zahl steht für die Lichtempfindlichkeit deiner Kameraeinstellung. Üblicherweise wird ISO in Zahlen angegeben – eine kleinere Zahl bedeutet geringere Lichtempfindlichkeit, eine höhere Zahl eine höhere Lichtempfindlichkeit. Höhere Lichtsensibilität bedeutet aber auch höhere “Körnigkeit” im Foto. ISO-Zahlen können z.B. sein: 100, 200, 400, 800, 1600.

2. Belichtungszeit (Shutter Speed): Das ist die Zeit, die deine Kameralinse offen bleibt und das Licht hineinlässt. Typischerweise wird Shutter Speed in Einheiten < 1 Sekunde gemessen. Eine höhere und langsamere Belichtungszeit bedeutet mehr Licht auf dem Kamerasensor – in lichtarmen Umgebungen und in der Nacht sinnvoll.

Kleinere und schnellere Shutter Speeds bedeuten weniger Licht im Kamerasensor und sind bei bewegten Motiven nötig, damit das Foto nicht komplett verschwommen wird. Beispiele für Belichtungszeiten sind: 1/15 (=1/15 einer Sekunde!) 1/30, 1/60, 1/125.

3. Kamerablende (Aperture): Stell dir eine Öffnung in der Kameralinse vor, durch die das Licht eintreten kann. Umso größer diese Öffnung, desto mehr Licht kann in den Kamerasensor eindringen.

Klar soweit, oder?!

Diese Blende kontrolliert außerdem die Schärfentiefe. Dies ist der Teil deines Fotos, der scharf ist. Wenn die Apertur sehr klein ist, ist die Schärfentiefe groß, während die Schärfentiefe klein ist, wenn die Apertur groß ist.

Puh, klingt ziemlich kompliziert, lässt sich aber so zusammenfassen:

  • Eine kleine Blendenzahl lässt mehr Licht hinein, eine größere weniger.
  • Je kleiner die Blendenzahl, umso geringer auch der scharfe Bereich. Wenn du also bei deinen Fotos den Vorder- und Hintergrund scharf aufnehmen willst, solltest du eine höhere Blendenzahl wählen.

 

Blendenwerte werden typischerweise in “f” -Zahlen ausgedrückt (auch bekannt als “Brennpunktverhältnis”, da die f-Zahl das Verhältnis des Durchmessers der Linsenöffnung zu der Länge der Linse ist). Beispiele für Blendenwerte sind: f /1,4, f/2,0, f/2,8, f/4,0, f/5,6, f /8,0.

Und wie wendest du dieses Wissen nun an? Los geht’s!

 

Welche ISO-Zahl solltest du einstellen?

Grundsätzlich spricht nichts gegen den Auto-ISO-Mode deiner Kamera, es ist tatsächlich die einzige Auto-Einstellung, die ich auf meiner Kamera benutze.

Trotzdem solltest du ein maximales ISO-Limit festlegen, wenn möglich. Das hängt stark von deiner Kamera ab: Bei einer Low-Budget-Kamera (unter 700,-€) würde ich eine maximale ISO-Einstellung von 3500 wählen, bei einer High-End-Kamera durchaus ISO-8000. Dadurch werden deine Fotos definitiv nicht “körnig.”

 

Welche Belichtungs-/Verschlusszeit solltest du wählen?

Das hängt sehr stark von der Aufnahme ab, die du machst. Wenn du ein Foto von jemandem schießt, der sich schnell bewegt, solltest du eine kurze Belichtungszeit (ich empfehle: 1/300) wählen, um diesen Moment “einzufrieren”.

Aber wähle den Wert auch nicht zu hoch, sonst kann das Foto statisch und leblos aussehen. Möchtest du also beispielsweise ein Foto von einem fahrenden Auto machen und bewusst die Bewegungsunschärfe der Räder behalten, wähle keine allzu hohe Belichtungszeit.

 

Was solltest du bei der Kamerablende beachten?

Wenn du eine sehr geringe Tiefenschärfe (=die Ausdehnung des scharfen Bereichs im Foto) erzielen möchtest, verwende den niedrigsten Blendenwert, den dein Objektiv bietet (z. B. f/1.4). Du möchtest einen größeren Teil des Fotos scharf stellen? Wähle eine höhere Blendenzahl wie f/8 oder noch höher!

(TIPP: Du kannst dich auch in einer Situation befinden, in der du gar keine andere Wahl hast als die Blende auf ein Minimum zu reduzieren! Nehmen wir an, du befindest dich in einem Innenraum mit wirklich schwachem Licht. So musst du die ISO-Zahl nicht erhöhen.)

 

Viel Spaß beim Experimenten und Fotografieren 🙂

Hector, Art Director (fotografiert aktuell mit Canon 5D und Sony Alpha 6300)

 

 

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