Christian Iff

02.04.2019

Lesezeit: 5 Minuten

Corporate Identity auf Instagram

Corporate Identity ist ein altes Thema, was sich in den neuen Medien so ein bisschen neu definiert – besser gesagt: definieren sollte.

Corporate Identity ist das Erscheinungsbild von Marken, Produkten oder Unternehmen. Das umfasst Bereiche wie Design, Marketing oder Produktion. Welchen Look hat eine Marke? Wie soll die Unternehmensidentität aussehen und was soll der Kunde damit verbinden?

Wie wichtig ist es seine Corporate Identity auf Instagram beizubehalten?

Das ist eine sehr gute Frage, die unglaublich wichtig ist. Die Frage brennt Unternehmern und auch vielen Social Media Managern unter den Nägeln.

Es ist besser, keine fixen Guidelines zu verwenden

Kurz gesagt, im Bereich Social Media ist es besser, keine sturen CI Guidelines oder Look Guidelines verwenden zu wollen. Sei es für den eigenen Content, aber auf für den der Kunden.

Dafür gibt es einen einfachen Grund: Wenn man Guidelines verwendet, entstehen Einschränkungen und weniger Dynamik, um einen nach vorne zu bringen. Um eine Brand zu entwickeln, ist es elementar ein gewisses Wording oder einen Look auch ausprobieren zu können. Wenn man sich bei Postings aber an einer Corporate Identity orientieren muss, bleibt das Spielfeld eben eingeschränkt.

Was wenn Unternehmer unbedingt CI-konforme Ads schalten wollen?

Auf der anderen Seite ist aber auch verständlich, dass Unternehmer eine gewisse Definition für ihre Marke und deren Look haben möchte. Nur wird es immer schwieriger diese Definition auch bekommen zu können. Oft darf man nicht mehr testen, welche Looks überhaupt beim Kunden ankommen oder welches Wording passt.

Dadurch geht viel verloren. Man kann bei Ads oder Postings weniger kreativ werden und erhält weniger Rückschlüsse, was den Kunden überhaupt gefällt. Dann passiert es zwar immer weniger, dass Menschen auf ein Unternehmen zu kommen und sagen, „das ist nicht die Marke!“, wenn sie gerade die neue Story im Feed hatten. Aber womöglich ist das der erste Schritt um nicht mehr aktuell und spannend zu sein ohne es zu merken, weil man sich nicht reiben möchte.

Solche Reaktionen passieren auf der Meta-Ebene und sind nicht greifbar. Aber für ein Unternehmen sind solche Reaktionen dennoch wichtig: der Kunde ist mit der Marke in Kontakt gekommen und die Ad hat eine Reaktion bei ihm ausgelöst.

Wichtig für das Unternehmen ist es, Learnings aus derartigen Reaktionen zu generieren. Also im Gegensatz zum Kunden sollte man sich nicht auf das Bauchgefühl verlassen. Sondern lieber die Daten sprechen lassen. Und um diese entstehen zu lassen, braucht es viel mehr und kreativen Content.

Wir sind definitiv Freunde davon sehr, sehr viel auszuprobieren

Viel auszuprobieren bringt viele Vorteile. Inzwischen haben das auch hochklassige Unternehmen erkannt. Louis Vuitton ist ein gutes Beispiel dafür, wie experimentierfreudig Unternehmen in Social Media sind.

Auf dem Instagram Feed von Louis Vuitton findet man GIF Postings mit einem Stop Motion Look, die auffällig anders aussehen. Die animierten Bilder gehen nicht einher mit dem, was Louis Vuitton sonst macht oder wie man sich eine Luxusmarke vorstellen würde. Andere große Modelabel machen vielleicht schon ähnliche Postings.

Wichtig für die Kunden ist zu wissen: Wer macht das? Wenn das ein kleineres Schmucklabel macht, sind die Leute natürlich viel eher am Start und sagen, „das sieht nicht aus wie die Brand! Das sieht ganz anders aus!“ Wenn es Louis Vuitton macht ist es auf einmal cool. Wichtig ist zu wissen, welcher Content bei der eigenen Zielgruppe geht und welcher von vornherein wegfällt.

Was gibt es noch zu beachten?

Corporate Identity ist wichtig, um von den Leuten erkannt zu werden. Aber Facebook, Instagram und Co haben diesbezüglich Fragen aufgeworfen. Immer mehr Unternehmer wollen daher auch wissen, wie neue Medien die Bedeutung von CI verändert haben. Diesbezüglich haben wir noch drei Tipps und Hinweise:

1) Engagement und Zielgruppe sind wichtig

Man kann nicht für alle Zielgruppen den gleichen Content kreieren. Man muss verschiedene Zielgruppen eigenständig ansprechen.

2) Vorteile der neuen Medien nutzen

Früher war es eher weniger möglich, eigenen Content zu generieren und Zielgruppen anzusprechen. Früher konnte man ohne einen Media Buyer nichts eigenständig tun. Durch Instagram und Facebook ist Werbung in Eigenregie möglich. Das muss man 2019 nutzen.

3) Nicht festzufahren und glauben, die Wahrheit gefressen zu haben

Man sollte konstant testen und konstant neue Looks ausprobieren. Man sollte einen Anker setzen, am dem man sich orientiert. Um den Ankerpunkt herum gilt: je mehr kreative Freiheit man hat, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit zu wachsen. Und das ist ja allen wichtig!

Schluss Am Anfang stand die Frage, wie wichtig ist es seine Corporate Identity auf Instagram beizubehalten? Zusammenfassend lautet die Antwort, dass es besser ist auf Instagram nicht im klassischen Sinne CI-konform Content zu produzieren, sondern so viel wie möglich auszuprobieren.

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